Evaluation in der Wissenschaftskommunikation weiterentwickeln
Von März bis Juni 2026 fand die zweite Ausgabe des Multiplikator*innen-Programms der Impact Unit statt. In vier aufeinander aufbauenden Modulen beschäftigten sich Mitarbeitende aus Kommunikationsabteilungen von Wissenschaftseinrichtungen mit wirkungsorientierter Wissenschaftskommunikation und ihrer Evaluation.
von Simon Esser
20 Teilnehmende aus Wissenschaftseinrichtungen aus dem deutschsprachigen Raum kamen zunächst für einen zweitägigen Präsenzauftakt bei Wissenschaft im Dialog in Berlin zusammen. Die Gruppe setzte sich aus Kommunikationsleitungen, Referent*innen und Berufseinsteiger*innen zusammen. Auch die fachlichen Hintergründe waren vielfältig: Die Teilnehmenden arbeiteten unter anderem in Einrichtungen aus den Bereichen Wissenschaftsgeschichte, Kunst, Ernährungsmedizin, Quantensysteme und nukleare Entsorgung.
Diese unterschiedlichen Arbeitskontexte brachten verschiedene Anforderungen an Wissenschaftskommunikation und Evaluation mit sich. Im Austausch konnten die Teilnehmenden Vorgehensweisen vergleichen, Erfahrungen aus ihren Projekten diskutieren und Anregungen für die eigene Praxis gewinnen.
Wirkungsorientierung von Anfang an mitdenken
Den Auftakt bildeten die Grundlagen wirkungsorientierter Wissenschaftskommunikation und Evaluation. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Kommunikationsziele systematisch mit den gewünschten Wirkungen verknüpfen lassen.
Ein wichtiges Werkzeug war das Logikmodell. Es hilft dabei, Wirkungsannahmen sichtbar zu machen und die Verbindung zwischen Aktivitäten, Zielgruppen, Ressourcen und angestrebten Veränderungen zu strukturieren. Die Teilnehmenden diskutierten, wie sich das Modell auf ihre eigenen Projekte übertragen lässt und wie es bereits in frühen Planungsphasen eingesetzt werden kann.
Evaluationen planen und passende Methoden auswählen
In den weiteren Modulen beschäftigten sich die Teilnehmenden mit der Planung von Evaluationen und der Auswahl geeigneter Methoden. Dabei wurde deutlich, dass die Wahl der Methode von den jeweiligen Fragestellungen, Zielgruppen und verfügbaren Ressourcen abhängt.
Ein Schwerpunkt lag auf den Unterschieden zwischen qualitativen und quantitativen Evaluationsmethoden sowie deren jeweiligen Stärken und Einsatzmöglichkeiten. Darüber hinaus wurden kreative und praxisnahe Ansätze vorgestellt, die auch mit begrenzten Ressourcen umgesetzt werden können.
Die unterschiedlichen Erfahrungen innerhalb der Gruppe bereicherten die Diskussionen: Während einige bereits regelmäßig Evaluationen durchführten, standen andere noch am Anfang. Der Austausch ermöglichte es, verschiedene Vorgehensweisen kennenzulernen und deren Übertragbarkeit auf die eigene Arbeit zu reflektieren.
Evaluation als kontinuierlichen Prozess verstehen
Im abschließenden Modul standen die Auswertung und Berichterstattung von Evaluationsergebnissen im Mittelpunkt. Anhand des Evaluationszyklus setzten sich die Teilnehmenden während aller Module mit den einzelnen Phasen auseinander: von der strategischen Planung über die Planung und Durchführung der Evaluation bis hin zur Auswertung und Reflexion der Ergebnisse.
Dabei wurde Evaluation als kontinuierlicher Prozess betrachtet, bei dem die gewonnenen Erkenntnisse in die Planung zukünftiger Kommunikationsmaßnahmen einfließen und neue Evaluationsvorhaben anstoßen.
Konkrete nächste Schritte für die Praxis
Ein wiederkehrendes Thema während des Programms war die Frage, wie Evaluation unter den jeweiligen Rahmenbedingungen umgesetzt werden kann. Viele Teilnehmende nahmen die Erkenntnis mit, dass auch kleinere Vorhaben wertvolle Erkenntnisse liefern können und wirkungsorientierte Evaluation nicht zwangsläufig umfangreiche Ressourcen erfordert.
Zum Abschluss formulierten zahlreiche Teilnehmende konkrete Vorhaben für ihre Institutionen. Dazu gehörten beispielsweise die Einführung von Logikmodellen in Projekten, die Evaluation einzelner Veranstaltungsformate, interne Präsentationen zu den Weiterbildungsinhalten oder die Entwicklung erster Strukturen für eine regelmäßige Auseinandersetzung mit Evaluation im Team.
Im Vordergrund stand dabei weniger die Entwicklung umfangreicher Evaluationskonzepte als vielmehr die Frage, wie Evaluation schrittweise und dauerhaft in bestehende Arbeitsprozesse integriert werden kann. Oder, wie eine Teilnehmerin es formulierte: „Lieber klein als nicht evaluieren.“